28.03.-04.04.26 - Trainingslager Sizilien 2026
Es ist der 27.03.2026. Nach einem viertel dutzend Jahre ist es wieder Zeit sich gen Süden aufzumachen. So kam es, dass sich um Punkt genau 9:30 Uhr (MEZ) 15 von 16 schlussendlichen Haien am zweiten Terminal des BER einfanden, um ein teils bekanntes, teils unbekanntes Abenteuer anzutreten. Nach Angstgebange an der Kofferwaage, sowie anschließendem Umpacken innerhalb der Gruppe und einem überaus koordinierten Eincheckvorgang, begaben wir uns zur Sicherheitskontrolle. Da einige Haie offensichtlich zwielichtiger als andere erschienen, wurden eben solche herausgezogen und ohne Erfolg kontrolliert. Als auch hier aller Stress überwunden war, wandte man sich den wichtigen Sachen zu. DUITY FREE. Nach Feststellung des qualitativ Unüberraschenden stürzte man sich auf das Wesentliche: Kaffee und Bücher. Um den Start des eigenen Fliegers nicht von außen mit ansehen zu müssen, begab man sich Richtung Gate, da dort der Rest der Wartezeit wohl nutzend abzusitzen war. Das Boarding erledigte sich ab 10:30 Uhr wie von selbst, wie auch die Sitzplatzverteilung im Flugvogel. Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle ist das Vorhandensein von Personen, die zum ersten Mal flogen, als auch von Flugbeängstigten. Auf beides konnte angemessen mit Fenster- bzw. Gangsitzplätzen reagiert werden, was zur generellen Hebung der Laune beitrug. So verabschiedeten wir uns um 11:05 Uhr vom Boden Brandenburgs und brachen in eine neue Gegend auf. Nach 2.5h in luftigen Höhen über Mitteleuropa eröffnete sich uns das italienische Paradies. In einem geschwungenen Anflug über dem Mittemeer näherten wir uns um 13:30 Uhr dem am Meer gelegenen Flughafen Palermos und setzten sanft, wie vom Wind getragen, auf.
Nach erfolgreicher Kofferaufnahme aller und Nahrungsaufnahme einiger hungriger, mit Finanzmitteln ausgestatteter Haie, pilgerten wir durch den Flughafen bis zur frischen Luft Italiens. Dann, erwartet von einem freundlichen Italiener, platzierten sich alle 15 geflogenen Seelen in einen übergroßen Reisebus, um die letzte Reise des Tages - zum Hotel - anzutreten. Angekommen an der Hotelanlage „Cittá del Mare“, wurden rasch alle Förmlichkeiten geklärt, dann die Zimmer bezogen, um sich dann mental auf die erste Wassereinheit des Tages von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr vorzubereiten. Ab 16:00 Uhr stellte sich bei den 13 im Wasser befindlichen Haien die Erkenntnis der Kälte des Wassers ein. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war ein nicht ganz unerhebliches Teil der Heizungsanlage defekt, was zu sportlichen 20̊ C - 22̊ C Wassertemperatur führte. Zum Vergleich: Die Thomas-Mann-Schwimmhalle hat normalerweise 26 Grad Celsius. Es war also schweinekalt. Dem wirkten aber warme Duschen und ein warmes Abendbrot erfolgreich entgegen. Rückblickend war das Essen eines vieler Highlights. Nach dem alle Mägen glücklich gefüllt waren, wurde der erste abendliche Spieleabend eröffnet. Das Spiel Hitster erfreute sich großer Beliebtheit auf dieser Reise, so auch an diesem ersten Abend. Gegen 22:30 Uhr endete der erste, auch anstrengende Tag für die meisten. Man munkelt, ob es noch Freitag der 27. oder schon Samstag der 28. war; jedenfalls kam in dieser Zeitspanne bei dunkler Nacht der letzte Hai nach 12h Reisezeit am Hotel an, womit die Berliner Haie auf Sizilien für die nächsten Tage vollzählig sein sollten.
Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag folgten dann einem ähnlichen Muster, das im Folgenden beschrieben werden soll. Jeder Tag begann um 7:30 Uhr für die ersten Motivierten, die sich Laufend für 30min über das Gelände jagten oder Yoga mit Ausblick genossen. Im Anschluss traf man sich mit den „ANDEREN“, um zu 8:15 Uhr die ersten Kalorien aufzunehmen. Die erste Einheit des Tages startete gewöhnlich um 9:30 Uhr und bedeutete 2h Schwimmspaß und angenehme Anstrengung. Mittagessen um 12:30 Uhr füllte zuverlässig geleerte Batterien wieder auf und bereitete angemessen auf den Mittagsschlaf vor. Die zweite Einheit ab 16 Uhr forderte dann abermals muskuläre Nutzung für 2h. Von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr wurde ein kollektives Dehnen des ganzen Körpers und eine mehr oder weniger aktive Entspannungseinheit von Catrin geleitet. Das Abendessen um 19:30 Uhr war immer ein Ort zuverlässiger, gefräßiger Stille und dann von anregenden Gesprächen über Gott, die Welt und wichtigere Themen. Die anschließenden Spielrunden im Bereich Werwolf, Uno und Hitster förderten oft emotionale Siege, knappe Niederlagen und vieles mehr zu Tage. Ab 22:30 Uhr oder vielleicht auch etwas später war aber dann auch Schluss mit Bambule und Zeit für „Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett“.
Einschub 1
Jegliche Aktivität am Beckenrand von Trainierenden wurde verpflichtend tanzend und das zu guter Musik absolviert.
Einschub 2
Die Zimmerwände erlaubten sowohl das Lauschen vieler schöner Gesangskonzerte anderer beim Duschen, als auch die unwissende Anteilnahme an jeglichem „Nichtgeflüstergespräch“ über mindestens 3 Räume.
Einschub 3
Da selbst die am härtesten gesottenen Haie sich spätestens am Samstagabend nach der heimischen Wassertemperatur sehnten, verbrachten wir alle folgenden Tage mit Ausnahme von Donnerstag im schnuckligen 33m Schwimmbecken (wurde als 25m gezählt !!) des Nachbarortes und absolvierten dort unser Pensum. Da war es schöööön warm. Der Transport von uns und einem bis drei anderen deutschen Schwimmvereinen wurde vom Hotel übernommen und organisiert.
Einschub 4
Neben super Schwimmeinheiten wurde selbstverfreilich auch Catchball und Volleyball gespielt, sich in kalten Pools erfrischt oder auch hoch intensiv trainiert (danke Franz <3).
Einschub 5
Das Wetter! Das Wetter war mindestens genauso abwechslungsrHAIch wie unsere TrainingseinHAIten und das will was HAIßen! Wir haben Regen, Sturm, Sturmregen, Hagel und Nebel erlebt. Ach ja, ein wenig Sonne war ja auch dabei. Ein Glück, das unsere Launen wetterunabhängig auf einem Peak waren.
Einschub 6
Das Essen war der Hammer! Obschon sich manche auf Nudeln beschränken mussten, gab das Buffet doch viel her. Mittags war ein Highlight das Eis. Das Eis war Phä-no-me-nal.
Einschub 7
Der Donnerstag findet aufgrund von Platzmangel leider wenig Erwähnung, hat jedoch ein sehr wichtiges Ereignis hervorgebracht. Denn wie sich ein jeder vorstellen kann ist so ein Trainingslager nicht ein-, zwei fix organisiert und abgehalten, sondern da gehört einiges dazu. Um diesen Aufwand gebührend zu würdigen, hielt man am Donnerstag eine so genannte „Warme Dusche“ ab. Ein Kreis aller Haie die nacheinander aufstanden, ihre Highlights verbalisieren und ihren Dank gegenüber den Organisierenden aussprechen, die ich an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt lassen möchte.
Danke Franz und Catrin für dieses Trainingslager der Extraklasse!
Nun zu Mittwoch und Freitag. Der Mittwochmorgen fühlte sich seltsam an. Ein Gefühl von Vorfreude machte sich breit. Man sah mehr Menschen lächeln, der Himmel war blau wie noch nie und etwas Großes, Wichtiges lag in der Luft. Bis zur ersten Einheit war alles normal, dann die erste Freude. Das heutige Training würde von Schwimmerinnen eines jungen Formats angeleitet werden. Zwei fröhlich grinsende Menschen – Ella und Tilda – vollführten einen Tanz mit dem Trainingsplan auf Messers Schneide. Immer zwischen Anstrengung und Spaß fanden sie ein, für eine erste Trainingseinheit, ungewöhnlich gutes Gleichgewicht. Besonders hervorgetan hat sich der Trainingsplan Richtung Ende mit dem Uno-Spiel des Grauens. Jede Farbe bedeutet eine Lage, die Zahl auf der Karte, die Anzahl der zu schwimmenden Bahnen (noch immer 33m). Neben Wunschkarten, die zweibahniges Lockerschwimmen zur Folge hatten, gab es auch die gefürchtete „GELBE 5“ (5x33m Delfin). Einige hatten mehr Glück andere weniger. Ein Hai war durch das eigene Unglück zu insgesamt 30 Bahnen Delfin verurteilt worden, die jedoch ohne gurren und murren beendet wurden. RESPEKT! Nach dem Training wurden die beiden Trainierinnen berechtigt mit verbalen Lorbeeren überhäuft.
Beim Mittagessen wurde dann allen der zweite Ursprung des Gefühls einer inneren Blumenwiese klar. PALERMO. Mittwochnachmittag war gar kein Training zu absolvieren, sondern wir sollten die Hauptstadt unserer tollen Insel erforschen dürfen. 13:30 Uhr standen also zwei schwarze Mercedes V Klasse vor unserem Hotel, eine davon mit einem bekannten Gesicht davor. Francesco. Schon vor drei Jahren hatte er einige von uns mit wohlklingenden Italo-Klassikern und anderer guter Musik zwischen Hotel und Palermo gefahren und so sollte es wieder geschehen. Musikalisch weitergebildet entließ Francesco uns pünktlich in die Arme von Palermo. In Klein- und Großgruppen besichtigten wir Kirchen, kleine und größere Parks, kosteten kulinarische Klassiker, besahen uns den Hafen und die Altstadt. Eine Zusammenkunft wurde für kurze Zeit in einer Pizzeria erreicht, welche nach Feststellung von Vollzähligkeit und Fröhlichkeit aber wieder aufgelöst werden konnte. Der Regen, der uns überwiegend in Palermo begleitete, führte zwar zur ein paar nassen Haaren aber sonst eher zur Ausdünnung anderer Touristen, was ganz zur Freude der Berliner Haie ablief.
Doch im Gegensatz zum Wetter war auf etwas anderes Verlass. Francesco wartete pünktlich um 19:30 Uhr am vereinbarten Ort, den alle pünktlich erreichten, wenn auch chaotische Fotoautomatenaktivitäten und anschließendes schnelleres Laufen dem vorausgegangen waren. Die italienische Musik begleitete uns auf dem Rückweg wieder und so kamen wir alle euphorisch am Hotel an, nur um uns dann die gut und gerne 20m durch den Starkregen unter das Dach und somit IN das Hotel zu kämpfen. Nass und glücklich begaben wir uns zum vorletzten Abendmahl. Erfüllt von Nudeln, Lasagne und Dessert begann die darauffolgende Zeit der Spiele. Drei Legendäre Runden Werwolf gingen in die Geschichte ein. Doch auch der schönste Tag hat nur 24h und so endete dieser regnerische Mittwoch in einer sternenklaren Nacht.
Auch Freitag hatte wieder einen besonderen Touch. Durch den erneuten und nicht endenden Regen hatte der frühsportliche Lauf keine Realisierung finden können. Frühstück um 8:30 Uhr erinnerte zum letzten Mal an die stützende Struktur der letzten Tage. Um 10 Uhr waren alle Koffer und Taschen gepackt und in zwei Räume verfrachtet. Bis zum Mittag vergnügten sich die jüngeren Generationen mit Volleyball und Catch-Ball. Nach der letzten Mahlzeit im „Cittá del Mare“ begab man sich auf eine Wanderung. Wir wanderten über Berg und Tal, durch Wiesen und Wälder und kamen schlussendlich an unser Ziel: Die „Grotte dei Muletti“. Eine schöne, kleine Bucht mit anliegender alter Bunkeranlage, die schöne Ausblicke auf Mittelmeer und Umgebung freigab. Grottig war an dieser Grotte wirklich nichts! Zurück im Hotel rafften wir uns zu einer letzten Runde Hitster auf. Diese Runde ließ nach ihrem Ende deutlich eine Mischung aus Freude auf zu Hause und der aufkommenden Sehnsucht nach diesem Ort verspüren. Nach abschließenden Gruppenfotos begann die große Rückreise. Der allein gekommene Hai ging auch wieder allein. Alle anderen 15 machten sich 15 Minuten später gen Flughafen auf. Am Flughafen lief alles geschmiert. Bis zum Flugzeug zumindest. Denn als der Pilot seinen Namen – Francesco – bekannt gab, zuckten wir alle kurz zusammen. War unser Chauffeur ein heimlicher Pilot oder ein heimlicher Chauffeur, oder was war er überhaupt? Unser lieber Francesco hatte eine ganz eigene Note im Straßenverkehr erkennen lassen. Eben diese Note kristallisierte sich auch im Flug dieses Piloten heraus, was zu weiteren Spekulationen hinsichtlich Francescos Doppelleben anregte. Doch spätestens bei der Landung am BER waren wir uns alle sicher: Er musste ein und derselbe sein – diese Landung trug unverkennbar seine Handschrift. Um 23 Uhr waren alle 15 Haie mit dem Ziel Berlin wohlbehalten dort angekommen. Nach Begrüßung durch alle anwesenden Eltern folgte auch der schmerzliche Abschied aller sizilianischen Haie. Aus einem Haufen verschieden alter und schneller Haie war eine richtige Gruppe geworden.
Auf dass dies nicht das letzte Mal war, dass die Berliner Haie Sizilien mit ihrer Einzigartigkeit bereichern durften.
Mit dabei waren:
Catrin, Karla, Tilda, Vera, Jette, Lina, Julian, Tom, Amelie, Ella, Mara, David, Leni, Felix, Boris und der fantastische Franz.
Damit verabschiede ich mich bis Baldrian, Tschüssli Müsli, bis Spätersilie, Stay tuned, Paris Athen auf Wiedersehen und Bundesgartentschau
Ps: liebe Grüße an Lotta
